Auf dem Falkensteinradweg hinter Bernhardswald, Kältepol

Eindrücke aus Falkenstein

Dünnes Eis, etwas Sonne und gefrorene Schneepisten am Abend

Die Frühtemperaturen im einstelligen Minusbereich, neblig trüb mit einem kurzen Moment Sonne am Donausüdarm, Höhe Königliche Villa, dünnes, brechendes Eis im unteren Schleusenvorhafen und Westhafen, die Möwen saßen auf den großen Eisschollen und warteten auf herabfallendes Futter beim Entladen der Schiffe.

Für durchgehende, tragende Eisflächen ist es noch nicht lange genug kalt gewesen, auf dem Fluss gibt es Eisbildung sowieso nur in den Stillwasserbereichen der Schleusen und Häfen, dort wo keine Schiffe durchfahren. Die dünne Eisschicht der Nacht wird vom ersten Schiff gebrochen, die einzelnen Schollen werden über- und untereinander geschoben und können bei längerer Eiszeit zu dicken Eisplatten zusammen gefrieren, das ist dann die Zeit der Eisbrecher, die üblicherweise eher am Main-Donau-Kanal unterwegs sind.

Am Abend ging es nach dem Stammtisch von Wenzenbach zurück auf dem Falkensteinradweg und auf den Donauuferwegen bis raus an die Fähre in Gr0ßprüfening durchgehend auf einer gefrorenen, festgefahrenen und teils eisigen Schneefläche.

Helles Licht vom Scheinwerfer auf dem Weiß der Wege und Felder und lautloses Dahingleiten über den Schnee, unterbrochen vom harten Kratzen der Spikes auf den eisigen Abschnitten … so macht das Rad fahren auch bei den tiefen Temperaturen Spaß.

Nebel. Sonne. Schnee. Eis. Klirrende Kälte.

Ulla Müller vom Bayerischen Rundfunk, Bayern 1, war schuld … heute ist der Tag für Wintersportler, Neuschnee, Sonne, Frost. Da muss raus, wer den traumhaften Tag nutzen möchte, unbedingt. Hat sie am Morgen gesagt. Mit voller Überzeugung.

Die einzige Frage für mich war, ob Radfahren Wintersport ist!? Zur Not ja. Nein, ganz klar. Es ist ein Sport, den man auch im Winter ausüben kann. Die Skispringer springen ja auch im Sommer von so eigenartigen Schanzen mit Bürstenbelag. Da kann ich mit dem Fetten und den Winterreifen mit Spikes doch wohl auch im Winter fahren.

So wurde aus Ulla Müllers Ansage eine sechsstündige Wintertour, die es in sich hatte. Aus dem Nebel im Donautal hinein in die Sonne Richtung Bayerwald.

Fast nur offroad auf Schnee und Eis unterwegs, teils tief und pulverig, teils festgetreten, angetaut und über Nacht knüppelhart gefroren, teils sehr glatt. Doch die Spikes hielten und das Geräusch der Stahlnägel auf dem Eis ist ein ganz besonderes. Aber es gibt Sicherheit und lässt den Blick auch mal zur Seite schweifen, im Vertrauen auf den Halt und die Spurtreue.

So ging es unter anderem den Falkensteinradweg hinauf, ein toller Radweg, der tägliche Arbeitsweg zweier Freunde, einer schreibt auch ein Blog, das ich schon ein paar mal rebloggt habe. Schön zu fahren, der Radweg, oft im Schatten, dort wo sich die alte Bahnlinie durch Wald und manches enge Tal schlängelt, dann wieder in der Sonne auf dem alten Bahndamm, erhaben und über der umliegenden Landschaft. Knapp 300 Höhenmeter steigt die Bahnlinie bis zum Endpunkt in Falkenstein an, große Teile sind als Loipe für Skilangläufer gespurt, da fährt man dann mit dem Fetten neben den Spuren, dort wo auch die Fußgänger laufen. Ruppig, schwer und anstrengend, nur mit den dicken Reifen mit wenig Luft zu fahren.

Es machte so viel Spaß und die Zeit verging wie im Flug. Nach einem schönen und leuchtenden Sonnenuntergang ging es dann zurück Richtung Heimat. Doch auch die Temperatur ging rasant zurück, über den schneebedeckten Freiflächen bis -15 °C, das war schon knackig kalt und über eine halbe Stunde hatte ich arge Probleme mit den Fingern und Zehen, Schalten und Bremsen ging gar nicht, die Kamera konnte ich nicht mehr bedienen, kein Gefühl und schon die Sorge, ob denn alles in Ordnung ist.

Doch nach einer dreiviertel Stunde kam das Gefühl wieder und die Temperatur in der Stadt mit -9 °C fühlte sich richtig angenehm an. Wenn mir das mal einer gesagt hätte, dass ich -9 °C als angenehm empfinden würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Ein paar Eindrücke aus dem Schnee und Eis, vom Sonnenuntergang und der einsamen Hütte, die wohl um diese Jahreszeit mit dem Schild „Eis“ den Nagel auf den Kopf trifft ….

 

Auf dem Falkensteinradweg und der Burg Falkenstein

115 km größtenteils auf Schotterpisten bei 34 Grad und Sonnenschein. Große Strecken im Schatten der Bäume rechts und links der alten Bahnstrecke, auf der der Radweg nach Falkenstein verläuft.

Tolle Ausblicke von der Burg, zu der es sehr steil hoch geht. Die letzten 25 Höhenmeter dann auf steilen Treppen im alten Turm der Burg Falkenstein.

Ein perfekter Radltag im schönen Bayern, so wie man es kennt – weiß/blau …

Stadtradeln Regensburg – Tag 16 – Falkenstein/Bad Abbach

Mit dem Fatbike ging es auf der alten Bahnlinie und dem heutigen Falkensteinradweg Richtung Falkenstein. Das Wetter war nicht so toll, graue Wolken, es sah teils nach Regen aus, mit 12 Grad für die Jahreszeit zu kalt. Ich traf auf einen Kollegen aus dem Stadtradeln-Team und wir fuhren ein gutes Stück gemeinsam Richtung Falkenstein. Doch kurz vor Falkenstein sah es sehr dunkel aus, sodass wir uns zur Einkehr in eine Wirtschaft entschlossen und Kaffee und Kuchen bevorzugten.

Auf der Rückfahrt dann leichter Regen, allerdings nur ein paar Kilometer. In Regensburg entschloss ich mich noch zu einem Abstecher nach Bad Abbach, damit die 100 km voll werden würden.

Letztlich hatte ich dann 118,1 km auf dem Tacho stehen. Eine schöne Tour an einem weniger schönen Radeltag.