Mit dem Trike auf dem knüppelhart gefrorenen Donauradweg 


Nein, keine schwarz-weiß Bilder!

Der Tag war so. Grau, Hochnebel, -6 °C am Nachmittag, der Donauradweg knüppelhart gefroren, die Federung des Trikes hoffnungslos überfordert …

Da verschwimmt der Blick und die Lust zum schnellen Fahren schwindet mit zunehmender Fahrtdauer.

War trotzdem Bewegung an der frischen Luft und zum Schluss musste ich noch lachen, als ich die Blässhühner auf dem Eis dahinlaufen sah! Die werden die Welt auch nicht mehr verstehen …

Spontane Passaufahrt

Es war ein spontaner Entschluss zur Besprechung nach Passau mit dem Rad zu fahren, das Wetter passte, ich hatte fünf Stunden Zeit, nur der Südostwind machte mir etwas Sorge …

Doch ich war schon im Osthafen und hatte von dort bis Passau das Zeitfenster und nur noch 138 km. Das war gut kalkulierbar, falls der Wind nicht zu stark sein würde. Bis runter nach Deggendorf waren ca. 2 bis 3 Beaufort angesagt, vorwiegend aus Südost bis Süd. Es war ein konstanter, leichter Gegenwind, der aber mit dem Flachen gut zu fahren war, die Reisegeschwindigkeit lag in der Ebene immer über 30 km/h gegen den Wind.

In Kirchroth die erste kurze Pause in einer Bäckerei, da ich weder Brotzeit noch Getränke dabei hatte. 15 Minuten Verpflegung, dann ging es weiter. Es hatte bis 20 °C und sollte bis Passau nicht kälter werden, die Sonne schien auf der ganzen Strecke. Es lief erstaunlich gut, nur ein paar Fahrradgruppen auf dem Donauradweg bremsten mich etwas aus, da man sich nicht so schnell entschließen konnte, einen schnelleren Radler auch vorbeifahren zu lassen.

Vor Deggendorf dann oben auf der Autobahn Stau, der ganze Verkehr lief von der Ausfahrt Metten durch die Stadt. Ich entschied mich trotzdem gegen den Radweg und blieb auf der Hauptstraße, dort lief es wegen des nun eingeschlafenen Windes und der schnell vorbei fahrenden Autos und LKW mit über 40 km/h bis zu den ersten Ampeln, wo ich schlecht vorbei kam und zweimal die Kolonne überholen musste um ganz vorne an der Ampel zu stehen. Hinter Deggendorf dann wieder Tour de Baroque bis Niederalteich, wo ich einen Kollegen besuchte, dort eine halbe Stunde Kaffeepause und viel Gaudi.

Dann ging es frisch gestärkt weiter über die Staatsstraße vorbei an Hofkirchen und vor Vilshofen wieder auf den Donauradweg. Noch ein kurzer Stopp für eine Apfelsaftschorle und dann Schlussspurt runter nach Passau. Dort lotste mich ein Schild doch wieder auf den unbefestigten Donauradweg rein in die Stadt bis zum Racklauhafen, was wieder Zeit kostete.

Und tatsächlich war ich um 17 Uhr an der Donaulände am alten Rathaus und wartete auf meine Kollegen. Die Zeit vertrieb ich mir auf dem Rathausplatz in der Sonne in einem Restaurant sitzend mit einem dunklen Radler und einer Apfelsaftschorle, die einfach so reinliefen.

Es war eine klasse Fahrt mit einem persönlichen Rekord auf dieser Strecke, obwohl ich das Flache und nicht das Schnelle hatte und Übernachtungsgepäck dabei hatte. Die 138,4 km bin ich in brutto fünf Stunden, netto in 04:16:56 Stunden gefahren. Das ist trotz des Gegenwindes bis Deggendorf ein beachtlicher Schnitt von 32,4 km/h während der Fahrt.

Das macht mir so ein Liegerad so sympathisch. Man steigt nach so einer Strecke ab und ist frisch und unverspannt … aber genauso durstig wie mit jedem anderen Fahrrad …

Die Rückfahrt am nächsten Tag habe ich dann gechillt mit einem Boot angehen lassen, geplant bis Vilshofen, aber dann wegen des schönen Flussverlaufs und der Eindrücke vom Fluss dann doch bis rauf nach Regensburg. Da es ab Straubing zu regnen anfing, keine schlechte Entscheidung.

Donauradweg durch Regensburg von West nach Ost – verkehrsarm und ampelfrei

Sicher gibt es dafür viele Bücher, Ratgeber, Karten, GPS-Routen und schließlich auch noch die Wegweiser wie hier im Bild.

Doch es gibt den einen und besonderen Weg, der nur minimal vom offiziell ausgeschilderten Weg abweicht. Dieser Weg durch die Stadt ist verkehrsarm, ampelfrei, hat keine großen Kreuzungen, ist gut fahrbar, in der kurzen Version mit etwas rauhem Kopfsteinpflaster.

Wer also vom Stadtwesten (Fähre Prüfening, Eisenbahnbrücke Mariaort, Ruderclub, Schillerwiese mit Badeplätzen, Westbadweiher) her am Donauradweg (Uferweg am geographisch rechten Ufer) zur Staustufe Pfaffenstein mit Wehranlage kommt, der kann wie folgt weiterfahren.

Variante 1 (mit Kopfsteinpflaster, aber kürzer): Nach dem Wehr (nicht auf die Wehrbrücke fahren) dem rechten Donauuferweg folgen und auf diesem Weg bis zur Steinernen Brücke bleiben. Man erreicht direkt die Historische Wurstküche und kann von dort zu Fuß oder mit dem Rad rechts hoch in die Altstadt und zum Dom fahren. Möchte man nur die Stadt durchqueren, fährt man am oberen Uferweg zwischen den Bäumen weiter flussabwärts bis zur Abfahrt, die unter der Eisernen Brücke durchführt. Dort weiter an den Schiffsanlegeplätzen entlang unter der Nibelungenbrücke durch, kurz danach trifft man auf einen Bahnübergang und eine Straße, der man nach links folgt. Auf dieser Straße bleibt man, auch an der nächsten Kreuzung fährt man geradeaus weiter, hinein in den Westhafen und ganz hinunter, folgt der Straße nach links, rechts und wieder rechts, bis man auf eine schmale Auffahrt auf der linken Seite nach dem Postmuseum trifft, die auf die Schwabelweiser Eisenbahnbrücke führt. Diese Brücke überquert man nach links und fährt auf der anderen Donauseite nach links von der Brücke herunter und wieder links auf den Donauradweg, den man über Variante 2 genau hier auch fahren würde.

Variante 2: Über die Wehrbrücke (Donausüdarm) nach links und unbedingt auch über die zweite Brücke (Donaunordarm) und die dritte Brücke (Fußgängerbrücke über den Schleusenkanal) fahren. Dann am linken Ufer des Schleusenkanals von der Brücke runter, geradeaus weiter, an Fitnesscenter und Möbelgeschäft vorbei, dann halbrechts hoch auf den erhöhten Uferweg, der unter der Oberpfalzbrücke durch bis zur Schleusenbrücke führt, die man auch noch unterquert, immer der Straße folgend. Nach einem Häuserblock auf der linken Seite biegt die Straße nach links ab und führt nach einer Rechtskurve über einen Busparkplatz auf die Regenbrücke, auf deren rechten Seite man den Radweg Richtung Osten weiterfährt und gleich nach der Ampel halbrechts der Holzgartenstraße folgt, die ab hier die Beschilderung „Donauradweg Passau R1“ anbietet.

Mit diesen beiden Wegvarianten kommt man schnell und verkehrsarm durch die Stadt, bei Variante 1 mit direktem Altstadtzugang und ohne Ampel, bei Variante 2 mit besseren Oberflächen und wenig Altstadtkontakt.