Mit dem Flachen eine Runde für die mentale Härte 

Erweiterte Heimfahrt vom Dienst oder 100 km für die mentale Härte.

Diese Windanzeigeapp mit Vorhersage musste ja unbedingt wieder Recht haben. Vom Osthafen gegen den leichten (2-3 bft) Südostwind am linken Ufer nach Bogen, dann auf freier Fläche mit dem Rückenwind am rechten Ufer zurück. So war der Plan, so bin ich gefahren, nur der Wind machte nicht mit.

In Bogen wie so oft wechselte die Windrichtung, nur ein bisschen, aber Südwest war dann eben auf der Rückfahrt meist auch wieder von vorne. Zum Glück nur 1-2 bft, aber nervig.

Und dann habe ich noch den Bernhard getroffen, der unbedingt Winterpokalpunkte sammeln musste. Okay, war eh schon egal …

In Sarching habe ich dann noch auf der Smartwatch die Pausetaste der Ghostraceraufzeichnung erwischt, statt die Pausetaste des Players, so dass 6 km fehlen.

Schön war es mit knapp zehn Grad trotzdem! Und die 101 km gingen doch noch in genau 3 Stunden, okay zwei Sekunden drüber.

Spontane Passaufahrt

Es war ein spontaner Entschluss zur Besprechung nach Passau mit dem Rad zu fahren, das Wetter passte, ich hatte fünf Stunden Zeit, nur der Südostwind machte mir etwas Sorge …

Doch ich war schon im Osthafen und hatte von dort bis Passau das Zeitfenster und nur noch 138 km. Das war gut kalkulierbar, falls der Wind nicht zu stark sein würde. Bis runter nach Deggendorf waren ca. 2 bis 3 Beaufort angesagt, vorwiegend aus Südost bis Süd. Es war ein konstanter, leichter Gegenwind, der aber mit dem Flachen gut zu fahren war, die Reisegeschwindigkeit lag in der Ebene immer über 30 km/h gegen den Wind.

In Kirchroth die erste kurze Pause in einer Bäckerei, da ich weder Brotzeit noch Getränke dabei hatte. 15 Minuten Verpflegung, dann ging es weiter. Es hatte bis 20 °C und sollte bis Passau nicht kälter werden, die Sonne schien auf der ganzen Strecke. Es lief erstaunlich gut, nur ein paar Fahrradgruppen auf dem Donauradweg bremsten mich etwas aus, da man sich nicht so schnell entschließen konnte, einen schnelleren Radler auch vorbeifahren zu lassen.

Vor Deggendorf dann oben auf der Autobahn Stau, der ganze Verkehr lief von der Ausfahrt Metten durch die Stadt. Ich entschied mich trotzdem gegen den Radweg und blieb auf der Hauptstraße, dort lief es wegen des nun eingeschlafenen Windes und der schnell vorbei fahrenden Autos und LKW mit über 40 km/h bis zu den ersten Ampeln, wo ich schlecht vorbei kam und zweimal die Kolonne überholen musste um ganz vorne an der Ampel zu stehen. Hinter Deggendorf dann wieder Tour de Baroque bis Niederalteich, wo ich einen Kollegen besuchte, dort eine halbe Stunde Kaffeepause und viel Gaudi.

Dann ging es frisch gestärkt weiter über die Staatsstraße vorbei an Hofkirchen und vor Vilshofen wieder auf den Donauradweg. Noch ein kurzer Stopp für eine Apfelsaftschorle und dann Schlussspurt runter nach Passau. Dort lotste mich ein Schild doch wieder auf den unbefestigten Donauradweg rein in die Stadt bis zum Racklauhafen, was wieder Zeit kostete.

Und tatsächlich war ich um 17 Uhr an der Donaulände am alten Rathaus und wartete auf meine Kollegen. Die Zeit vertrieb ich mir auf dem Rathausplatz in der Sonne in einem Restaurant sitzend mit einem dunklen Radler und einer Apfelsaftschorle, die einfach so reinliefen.

Es war eine klasse Fahrt mit einem persönlichen Rekord auf dieser Strecke, obwohl ich das Flache und nicht das Schnelle hatte und Übernachtungsgepäck dabei hatte. Die 138,4 km bin ich in brutto fünf Stunden, netto in 04:16:56 Stunden gefahren. Das ist trotz des Gegenwindes bis Deggendorf ein beachtlicher Schnitt von 32,4 km/h während der Fahrt.

Das macht mir so ein Liegerad so sympathisch. Man steigt nach so einer Strecke ab und ist frisch und unverspannt … aber genauso durstig wie mit jedem anderen Fahrrad …

Die Rückfahrt am nächsten Tag habe ich dann gechillt mit einem Boot angehen lassen, geplant bis Vilshofen, aber dann wegen des schönen Flussverlaufs und der Eindrücke vom Fluss dann doch bis rauf nach Regensburg. Da es ab Straubing zu regnen anfing, keine schlechte Entscheidung.

Das Flache und der Böhmische

Bewölkt und grau war es am Morgen. Der Nordostwind brachte über Nacht die Wolken und es sah nicht gut aus. Bis zum späten Vormittag keine Sonne. Doch dann gegen 11 Uhr und je weiter ich nach Osten kam, kam auch immer mehr blauer Himmel zum Vorschein und die Sonne setzte sich durch.

Nein, eigentlich blies der böige, kalte Böhmische die Wolken weg. Es war krass. Die Böen knallten seitlich gegen das Rad, oft fuhr ich auf den Geraden in leichter Schräglage, angelehnt an den von links kommenden Wind. Gut, dass ich das Flache genommen hatte. Das spielte heute alle Vorteile aus und duckte sich tief unter den Wind und trotzte dem Böhmischen mit aller Eleganz und Lässigkeit.

Bis unterhalb Bogen kam ich, in Pfelling machte ich dann kehrt, es war genug. Die Rückfahrt meist mit Wind von schräg hinten, es lief gut und entspannt das Donautal rauf.

Ein paar Eindrücke von den Sehenswürdigkeiten, die man als Radfahrer so nebenher sieht. Mal dicht dran, mal weiter weg. Die Kamera holt die Motive dichter ran, damit sie gut zu sehen sind.

Höhepunkt war der Hai im Altwasser … im Vorbeifahren gerade so über die Leitplanke hinweg gesehen. Mit 30 cm Sitzhöhe ist die Aussicht nicht nimmer unbegrenzt!

Den Wind kann man nicht sehen, das Schilf auf den Bildern zeigt jedoch ein wenig die Bewegung und Richtung des Windes.

100 Meilen würde der Engländer sagen. Bei Sonne, Wind und diesiger Sicht. Aber bei bester Laune und ziemlich entspannt.

Nur zur Donau

Wirklich, weiter wollte ich heute nicht … denn es war sehr neblig bei der Abfahrt und kalt und windig. Nur 0 °C und nicht sehr einladend da draußen am Samstag Morgen.

Am Pürklgut dann der erste Blick auf die Sonne, ein heller Fleck im dichten Nebel, der aber langsam weniger wurde, je weiter ich gen Osten kam.

Ja und dann war ich auch schon an der Donau und da war das Fette dann am Ende, denn auf dem Wasser fahren geht auch damit nicht.

So wurde aus einer kurzen Radfahrt eine lange Fahrt bei herrlichem Wetter mit einem geeigneten Fahrzeug für den Fluss mit vielen schönen und spannenden Eindrücken.

Viel Spaß beim Anschauen, auch wenn es heute nicht so sehr ums Radfahren geht!