Wenn die Fahrradklingel klingelt

Eine klasse Runde im Donautal vom Osthafen bis Pondorf mit ein paar Abstechern von der Route. Nach Bach an der Donau zweimal zum Schifferl für Getränke, unterhalb Wörth zur Donau rüber um einen Blick über den Damm zu werfen. Schönstes Radfahrwetter, Sonne, Wolken, leichter Wind, 23 Grad. Das Flache lief gut, die aufgezeichnete Zeit mit der Smartwatch zeigt leider nur die Gesamtzeit, die Stopps für Getränke, Fotos, Pinkelpause werden nicht heraus gerechnet, d. h. der Schnitt ist brutto, die Fahrzeit tatsächlich kürzer.

Aber das ist nur Randerscheinung an so einem Tag wie heute, an dem es sehr gut lief mit dem Flachen. Etwas anderes bereitete mir wieder einmal Kopfzerbrechen und ich habe wieder keine Antwort gefunden …

Was assoziiert der Klang einer Fahrradklingel? Also, was denke ich mir, wenn es hinter mir klingelt? Da kommt ein Fahrrad, ich fahre mal etwas zur Seite und mache dem Schnelleren Platz, das denke ich mir, wenn mir das mal passieren sollte …

Was denken sich andere? Offensichtlich nicht das, was ich mir denke. Heute mehrere Situationen.

Drei Radfahrer nebeneinander auf dem ca.2,5 m breiten Radweg. Ich passte zum Überholen nicht mehr daneben. Also klingelte ich. Nichts. Nochmal. Wieder nichts. Ein drittes Mal. Jetzt haben sie es gehört. Und was passiert? Alle drei hören zu treten auf, drehen sich wie auf ein Kommando um und schauen mich an. Dann schauen sie sich an. Und dann, gefühlten 100 Meter weiter, bequemen sie sich, doch hintereinander zu fahren.

Eine Gruppe von ca. 50 Personen steigt in Donaustauf aus dem Fahrgastschiff aus und steht am Radweg. Sie sehen mich schon von Weitem kommen. Nichts. Noch 50 Meter. Immer noch nichts. Noch 25 Meter. Immer noch nichts. Sie schauen mich nur an. Wohl gespannt, ob ich da durch möchte!? Ich bremse auf Schrittgeschwindigkeit, einer ruft laut: Fahrradfahrer!. Jetzt aber. Langsam gehen die Leute etwas auseinander und lassen mich durch.

Drei Menschen mit Stöcken auf dem Radweg, nebeneinander herwalkend. Ich klingle. Nichts. Noch einmal. Wieder nichts. Ein drittes Mal. Sie bleiben alle drei stehen, drehen sich um, schauen mich an. Ich bleibe auch stehen und frage, ob ich denn vorbei fahren könne.

Ein Ehepaar mit Hund auf dem Radweg. Wieder das Spielchen. Beim dritten Mal geht der rechts gehende Mann mit Hund auf die linke Seite, die links gehende Frau auf die rechte Seite. Was zum Geier ist da denn los. Und dann läuft der Hund an der Leine noch kurz vor mit nach rechts zum Frauchen …

Ich rufe nur noch laut: „Fahrrad!“. Dann gehen alle Leute gleich zur Seite, ohne Umdrehen, ohne Verzögerung.

Vielleicht sollten Fahrradklingeln auch „Fahrrad!“ rufen …

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