Spontane Passaufahrt

Es war ein spontaner Entschluss zur Besprechung nach Passau mit dem Rad zu fahren, das Wetter passte, ich hatte fünf Stunden Zeit, nur der Südostwind machte mir etwas Sorge …

Doch ich war schon im Osthafen und hatte von dort bis Passau das Zeitfenster und nur noch 138 km. Das war gut kalkulierbar, falls der Wind nicht zu stark sein würde. Bis runter nach Deggendorf waren ca. 2 bis 3 Beaufort angesagt, vorwiegend aus Südost bis Süd. Es war ein konstanter, leichter Gegenwind, der aber mit dem Flachen gut zu fahren war, die Reisegeschwindigkeit lag in der Ebene immer über 30 km/h gegen den Wind.

In Kirchroth die erste kurze Pause in einer Bäckerei, da ich weder Brotzeit noch Getränke dabei hatte. 15 Minuten Verpflegung, dann ging es weiter. Es hatte bis 20 °C und sollte bis Passau nicht kälter werden, die Sonne schien auf der ganzen Strecke. Es lief erstaunlich gut, nur ein paar Fahrradgruppen auf dem Donauradweg bremsten mich etwas aus, da man sich nicht so schnell entschließen konnte, einen schnelleren Radler auch vorbeifahren zu lassen.

Vor Deggendorf dann oben auf der Autobahn Stau, der ganze Verkehr lief von der Ausfahrt Metten durch die Stadt. Ich entschied mich trotzdem gegen den Radweg und blieb auf der Hauptstraße, dort lief es wegen des nun eingeschlafenen Windes und der schnell vorbei fahrenden Autos und LKW mit über 40 km/h bis zu den ersten Ampeln, wo ich schlecht vorbei kam und zweimal die Kolonne überholen musste um ganz vorne an der Ampel zu stehen. Hinter Deggendorf dann wieder Tour de Baroque bis Niederalteich, wo ich einen Kollegen besuchte, dort eine halbe Stunde Kaffeepause und viel Gaudi.

Dann ging es frisch gestärkt weiter über die Staatsstraße vorbei an Hofkirchen und vor Vilshofen wieder auf den Donauradweg. Noch ein kurzer Stopp für eine Apfelsaftschorle und dann Schlussspurt runter nach Passau. Dort lotste mich ein Schild doch wieder auf den unbefestigten Donauradweg rein in die Stadt bis zum Racklauhafen, was wieder Zeit kostete.

Und tatsächlich war ich um 17 Uhr an der Donaulände am alten Rathaus und wartete auf meine Kollegen. Die Zeit vertrieb ich mir auf dem Rathausplatz in der Sonne in einem Restaurant sitzend mit einem dunklen Radler und einer Apfelsaftschorle, die einfach so reinliefen.

Es war eine klasse Fahrt mit einem persönlichen Rekord auf dieser Strecke, obwohl ich das Flache und nicht das Schnelle hatte und Übernachtungsgepäck dabei hatte. Die 138,4 km bin ich in brutto fünf Stunden, netto in 04:16:56 Stunden gefahren. Das ist trotz des Gegenwindes bis Deggendorf ein beachtlicher Schnitt von 32,4 km/h während der Fahrt.

Das macht mir so ein Liegerad so sympathisch. Man steigt nach so einer Strecke ab und ist frisch und unverspannt … aber genauso durstig wie mit jedem anderen Fahrrad …

Die Rückfahrt am nächsten Tag habe ich dann gechillt mit einem Boot angehen lassen, geplant bis Vilshofen, aber dann wegen des schönen Flussverlaufs und der Eindrücke vom Fluss dann doch bis rauf nach Regensburg. Da es ab Straubing zu regnen anfing, keine schlechte Entscheidung.

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