Nebel. Sonne. Schnee. Eis. Klirrende Kälte.

Ulla Müller vom Bayerischen Rundfunk, Bayern 1, war schuld … heute ist der Tag für Wintersportler, Neuschnee, Sonne, Frost. Da muss raus, wer den traumhaften Tag nutzen möchte, unbedingt. Hat sie am Morgen gesagt. Mit voller Überzeugung.

Die einzige Frage für mich war, ob Radfahren Wintersport ist!? Zur Not ja. Nein, ganz klar. Es ist ein Sport, den man auch im Winter ausüben kann. Die Skispringer springen ja auch im Sommer von so eigenartigen Schanzen mit Bürstenbelag. Da kann ich mit dem Fetten und den Winterreifen mit Spikes doch wohl auch im Winter fahren.

So wurde aus Ulla Müllers Ansage eine sechsstündige Wintertour, die es in sich hatte. Aus dem Nebel im Donautal hinein in die Sonne Richtung Bayerwald.

Fast nur offroad auf Schnee und Eis unterwegs, teils tief und pulverig, teils festgetreten, angetaut und über Nacht knüppelhart gefroren, teils sehr glatt. Doch die Spikes hielten und das Geräusch der Stahlnägel auf dem Eis ist ein ganz besonderes. Aber es gibt Sicherheit und lässt den Blick auch mal zur Seite schweifen, im Vertrauen auf den Halt und die Spurtreue.

So ging es unter anderem den Falkensteinradweg hinauf, ein toller Radweg, der tägliche Arbeitsweg zweier Freunde, einer schreibt auch ein Blog, das ich schon ein paar mal rebloggt habe. Schön zu fahren, der Radweg, oft im Schatten, dort wo sich die alte Bahnlinie durch Wald und manches enge Tal schlängelt, dann wieder in der Sonne auf dem alten Bahndamm, erhaben und über der umliegenden Landschaft. Knapp 300 Höhenmeter steigt die Bahnlinie bis zum Endpunkt in Falkenstein an, große Teile sind als Loipe für Skilangläufer gespurt, da fährt man dann mit dem Fetten neben den Spuren, dort wo auch die Fußgänger laufen. Ruppig, schwer und anstrengend, nur mit den dicken Reifen mit wenig Luft zu fahren.

Es machte so viel Spaß und die Zeit verging wie im Flug. Nach einem schönen und leuchtenden Sonnenuntergang ging es dann zurück Richtung Heimat. Doch auch die Temperatur ging rasant zurück, über den schneebedeckten Freiflächen bis -15 °C, das war schon knackig kalt und über eine halbe Stunde hatte ich arge Probleme mit den Fingern und Zehen, Schalten und Bremsen ging gar nicht, die Kamera konnte ich nicht mehr bedienen, kein Gefühl und schon die Sorge, ob denn alles in Ordnung ist.

Doch nach einer dreiviertel Stunde kam das Gefühl wieder und die Temperatur in der Stadt mit -9 °C fühlte sich richtig angenehm an. Wenn mir das mal einer gesagt hätte, dass ich -9 °C als angenehm empfinden würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Ein paar Eindrücke aus dem Schnee und Eis, vom Sonnenuntergang und der einsamen Hütte, die wohl um diese Jahreszeit mit dem Schild „Eis“ den Nagel auf den Kopf trifft ….

 

2 Gedanken zu “Nebel. Sonne. Schnee. Eis. Klirrende Kälte.

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